Orange Tour – Mittelstufe

UNACCEPTABLE

von Clive Duncan

9. und 10. Schulstufe bzw. sprachlich fortgeschrittene SchülerInnen der 8. Schulstufe sowie Berufsschulen

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Dauer: 55-60 Minuten

Preis: EUR 8,00
(pro Schüler/in; inkl. UST und Textheft)

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Das neue Stück unseres routinierten Autors Clive Duncan nimmt sich eines zunehmend brisanteren Themas an: Gewalt von Kindern und Jugendlichen gegen Erwachsene, besonders Eltern und Lehrkräfte. Diese oft tabuisierte Problematik wurde bereits mit dem Etikett „parent battering“ versehen. Schuldgefühle, Scham und Hilflosigkeit der Opfer führen häufig zu Vertuschung und daher selten zur Suche nach professionellem Beistand. In „Unacceptable“ bekommt das Publikum Einblick in das Leben zweier Jugendlicher, die gemeinsam ihre Therapie in einer psychiatrischen Anstalt durchlaufen.

Lee und Frankie nehmen zusammen an einem kreativ-musischen Therapieprogramm in einer psychiatrischen Einrichtung teil. Ihr Aufenthalt in der Anstalt ist zwar unfreiwillig, am Programm jedoch nehmen sie aus freien Stücken teil. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein: Lee, der an der Schule eine Lehrerin ins Gesicht geschlagen hat, trägt so viel Aggressionspotential in sich, dass er ständig unter Strom steht, während Frankie sich völlig in sich zurückgezogen hat und jegliche Interaktion verweigert. Während Lee aus gutbürgerlichen Verhältnissen stammt, hat Frankie zum Zeitpunkt ihrer Gewalttat – zu deren Hergang niemand Genaueres weiß – auf der Straße gelebt.

Der Psychiater Phil versucht nach einer Improvisation im Rahmen der Dramatherapie gemeinsam mit Lee dessen wunden Punkt aufzuspüren. Lee ist im Spiel wieder kurz davor gewesen seine Kontrolle zu verlieren, was bei Frankie eine Panikattacke ausgelöst hat. Lee zeigt sich aber leider bei der anschließenden Analyse wenig kooperativ. – Seine unbändige Wut lässt ihn jegliche versuchte Einflussnahme abblocken. Es ist offensichtlich, dass er sich vom Vater, der die Familie ohne Vorwarnung verlassen hat, im Stich gelassen fühlt, aber die Schuld dafür seiner Mutter gibt.

Da Frankies Zusammenbruch in der Szene mit Lee die erste Reaktion überhaupt war, die sie seit ihrer Einweisung gezeigt hat, beschließt Phil, die beiden auch bei der nächsten Musiktherapie zusammenzuspannen.

Sehr zur Verwunderung seiner Kollegin Jess lockt Lee das Mädchen tatsächlich aus der Reserve und die beiden entwickeln spontan einen Rap. Die Annäherung der beiden Jugendlichen erfolgt zwar zögerlich und mit Rückschlägen, doch allein diese Interaktion und zunehmende gegenseitige Rücksichtnahme stellen bereits einen großen therapeutischen Fortschritt dar. Endlich gibt Frankie im Rahmen einer weiteren Dramatherapiesitzung erschreckende Teile ihrer Geschichte mittels Märchensymbolik preis, und Lee nimmt kurz darauf eine Entschuldigungsrede für seine Lehrerin auf. Letztendlich kann er sich auch seine tiefe Verletztheit eingestehen, die der Vater durch sein offensichtliches Desinteresse an ihm verschuldet hat.

Als es eines Abends zu einer schweren Konfrontation zwischen den beiden Jugendlichen kommt, muss Lee sich zwischen der entstandenen, fragilen Freundschaft zu Frankie und seinem persönlichen Vorteil entscheiden…